Welches Gehalt ist bei IT-Positionen angemessen?

Die Nachfrage nach IT-Fachkräften ist nach wie vor ungebrochen groß. Spezialisten mit Berufserfahrung können sich den Job aussuchen und werden mit Angeboten überhäuft. Aber wo liegen die gehaltlichen Grenzen?

Oft heben vor alle große, alt eingesessene Unternehmen die Gehälter für neue Mitarbeiter in IT-Positionen nur langsam an. Dies hat zum einen den Grund, dass Budgets eingehalten werden müssen und zum anderen in den Abteilungen langjährig tätige Mitarbeiter oftmals auf einem Gehaltsniveau liegen, welches oftmals deutlich unter den Gehaltsforderungen von neuen Bewerbern liegt. Hier besteht natürlich die begründete Angst, dass sich höhere Gehälter für neue Mitarbeiter rasch herumsprechen und bestehende Mitarbeiter ihre Gehälter ebenfalls nachverhandeln. Die Personalkosten würden somit explodieren.

 

Was ist für Bewerber entscheidend?

Generell sollten Bewerber ihre Entscheidung betreffend der Annahme eines Angebotes natürlich nicht nur vom Gehalt abhängig machen. Das tun die meisten unter ihnen auch nicht. Das Gehalt ist nach der Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg ein Hygienefaktor und kein bzw. nur ein kurzer Motivator für einen Wechsel. Das Gehalt ist die Basis, welche von den meisten Bewerbern als eine wichtige Grundvoraussetzung angesehen wird. Langfristig von Bedeutung sind noch andere Faktoren wie die neue Tätigkeit/Aufgabenstellung an sich, das soziale Umfeld im Unternehmen, ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten und die Möglichkeit sich Arbeitszeiten und den Arbeitsort (Home-Office) frei einzuteilen. Auf den Wunsch für einen Arbeitgeber tätig zu werden wirken sich auch der Standort des Unternehmens (gute öffentliche Erreichbarkeit), Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie dessen Reputation am Markt aus. Kurz gesagt: Das Gesamtpaket muss stimmen.

Nichts desto trotz ist das Gehalt für die meisten Bewerber ein wichtiger Faktor im Gesamtpaket. Nach meiner Erfahrung wurden für Positionen mit hohem technischem Know-How (Stellen sowohl im IT-Infrastruktur- als auch Softwareentwicklungsbereich) und mehrjähriger Erfahrung in den letzten Jahren die Budgets um € 5.000,- bis € 10.000,- brutto/Jahr angehoben. Die Maximalgehälter für Expertenpositionen liegen basierend auf unseren Erfahrungswerten im Infrastruktur-Bereich meist bei € 90.000,- brutto/Jahr und in der Softwareentwicklung/-architektur bei € 80.000,-. Es ist zu erwähnen, dass tendenziell Positionen in der Beratung etwas höher dotiert sind als Inhouse-Stellen. Um die Schwelle in den 6-stelligen Bereich zu überwinden ist meist aber der Wechsel in eine Führungsposition Voraussetzung.

 

Fazit

Für Bewerber bietet sich meist die Möglichkeit bei einem Wechsel ein höheres Gehalt auszuhandeln. Es lohnt sich hierzu daher am Markt zu recherchieren (Jobbörsen, Karrierenetzwerke, etc.) wie gefragt die eigenen Qualifikationen sind. Den Unternehmen wird über kurz oder lang nichts anderes übrig bleiben als umzudenken und die Gehaltsniveaus anzupassen. Ratsam wäre es, diese stetig anzuheben. Dies ist notwendig, um die eigenen Gehaltsniveaus weiterhin wettbewerbsfähig zu halten. Sonst gerät man zu einem späteren Zeitpunkt unter Zugzwang die Gehälter sprunghaft anheben zu müssen um die Abwanderung der Mitarbeiter zum Mitbewerb zu verhindern. Dann erlebt man erst recht eine Kostenexplosion.

Wir bieten Ihnen übrigens die Möglichkeit bei Anlage eines Profils über unsere Webseite uns Ihre Gehaltsvorstellungen und fachlichen Anforderungen an eine neue Position mitzuteilen. In der Folge können wir Ihnen zukünftig gezielt Angebote die diesen Vorstellungen entsprechen zukommen lassen.

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